Die prägendsten Ereignisse in der Geschichte des Bergsteigens am Nanga Parbat
vor 1896
Wissenschaftler und Geographen drangen in die Himalayagebiete vor. Erstmals wurde das Gebirgsmassiv des Nanga Parbat durch Adolf Schlagintweit vermessen (1856)
1895
Erster Besteigungsversuch des britischen Bergsteigers Albert F. Mummery. Er selbst und zwei seiner einheimischen Begleiter fanden dabei den Tod. Es war der erste Versuch einen 8000er zu besteigen, und es war ein beispiellos mutiges Unterfangen für die damalige Zeit.
1930er Jahre
Bergsteigen während der Zeit des Nationalsozialismus. Der Nanga Parbat wurde zum ‚Schicksalsberg der Deutschen‘ ausgerufen. Insgesamt erfolgten vier erfolglose Besteigungsversuche (1932, 1934, 1937, 1938). Nicht weniger als 26 Bergsteiger und Träger fanden den Tod in der Rakhiot-Flanke. Im Jahr 1939 wurde am Nanga Parbat eine neue Route in der Diamirflanke gesucht.
1953
Erstbesteigung über die Rakhiot-Flanke durch den Tiroler Hermann Buhl. Sein 41 Stunden dauernder Soloaufstieg/abstieg ohne künstliche Sauerstoffzufuhr aus 6800 m mit einem stehenden Freibiwak in einer Höhe von 8000 m gilt bis heute als bahnbrechendes und herausragendes Ereignis der Alpingeschichte. Buhl war Mitglied der ‚Willy Merkl Gedächtnisexpedition‘ unter Leitung von Karl Maria Herrligkoffer
1962
Eroberung des Gipfels über die Diamirflanke durch eine deutsche Expedition unter Karl Maria Herrligkoffer. Toni Kinshofer, Anderl Mannhardt und Siegfried Löw standen am höchsten Punkt. Letzterer starb durch Sturz beim Abstieg.
1970
Bezwingung des Nanga Parbat über die Rupalflanke durch Reinhold Messner, Günther Messner, Felix Kuen und Peter Scholz . Leiter der Expedition war Karl Maria Herrligkoffer. In weiterer Folge kam es zur Überschreitung des Nanga Parbat durch die Messner-Brüder. Abstieg über die Diamir-Flanke. Dabei kam Günther Messner in einer Eislawine ums Leben.
1976
Eine österreichische Kleinexpedition erreichte den Gipfel über den linken Teil eines ausgesetzten Grats der Rupalwand und querte über den obersten Teil der Diamirflanke bis zum höchsten Punkt. Hanns Schell (Leiter), Robert Schauer, Hilmar Sturm, Siegfried Gimpel.
1978
Solo-Besteigung des Berges ohne künstlicher Sauerstoffzufuhr und im alpinen Stil durch Reinhold Messner. Es war dies der erste Alleingang eines Bergsteigers auf einem 8000er Gipfel
1984
Mit Liliane Barrard erreichte die erste Frau den Gipfel
1990
Hans Kammerlander fuhr als erster Mensch den Nanga Parbat mit Schi ab.
1995
| Eine japanische Expedition erreichte den Gipfel über eine neue Route, den Nordostpfeiler des Silberzacken, in der Rakhiot-Wand. Hiroshi Sakai (Leiter), Takeshi Akiyama, Yukio Yabe standen ganz oben.
2005
Die Amerikaner Vince Anderson und Steve House erreichten den Gipfel nach sechs Tagen Klettern über den Zentral-Pfeiler der Rupal-Wand. Die Leistung wurde mit dem Piolet d‘Or ausgezeichnet.
2012
Die Briten Sandy Allan und Rick Allen erreichten den Gipfel über den 10 km langen Mazeno-Kamm. Ihr Abstieg erfolgte über die Diamirflanke. Sie benötigten 18 Tage. Die Leistung wurde mit dem Piolet d‘Or ausgezeichnet.
2013
Das Basislager der Diamirflanke wurden von terroristischen Einheiten der Taliban überfallen. 11 Menschen wurden getötet. Das Bergsteigen am Nanga Parbat geriet für Jahre ins Hintertreffen
2016
Erste Besteigung des Nanga Parbat während der Wintermonate über die Diamir-Flanke. Am Gipfel standen Alex Txikon, Simone Moro und Ali Sadpara.
Wie es dazu kam, mit allen damit verbundenen Abenteuern und Hintergrundberichten, kannst Du im Buch nachlesen.