Warum unterscheidet sich diese Buch von anderen Büchern über das Radfahren?
Dieses Buch ist alleine schon deshalb einzigartig weil sein Inhalt so unglaublich ist. Denn noch nie wurde eine 2-Rad-Challenge unter solchen Rahmenbedingungen gefahren, wie in diesem Buch erzählt. Als ich mich zu dieser Herausforderung entschloss, wusste ich noch nicht was mich erwarten würde. Sie war eine bewusst restriktive Aufgabenstellung über zwölf Monate mit dem Ziel, 10.000 Kilometer zu erradeln. Nur Fahrten zwischen 05:00 und 10:00 Uhr zählten – und ausschließlich dann, wenn sie drei Stunden ohne Unterbrechung gefahren wurden. Jede Leistung, die darüber lag, zählte nicht. Leistungen darunter sehr wohl. Aber sie kamen selten vor, da sie das Gesamtziel beeinträchtigt hätten. Einfach, hart und unverhandelbar. Keine Pausen, keine Joker und auch keine Verschiebungen. Nachvollziehbar dokumentiert. Die Selbstkontrolle stand über jener der Öffentlichen. Damit unterschied sie sich von anderen Wettbewerben, bei denen Einzelfahrten, kurze Commutes oder Sammelkilometer zählen. Meine Vorgaben ließen eine Fragmentierung nicht zu. Sie entstand aus reiner Intentionalität und tankte keine versteckten Vorteile, resultierend aus welcher auch immer gearteten Zweckmobilität meiner Lebensumstände. Die Challenge sah in ihrer langen Zeitspanne keinen Event-Peak, keine „Alles-oder-nichts“-Phase und keine Saison-Spitzen vor. Sie zeichnete sich durch konstante monatelange Belastung aus. Es galt, mit Motivationstief, Wetter, Krankheit, Verletzung und Stress jeder Art umzugehen. Sie war psychologisch extrem anspruchsvoll, obwohl ich es lange nicht so sah. Der Erfolg war über ein Attribut definiert: „Nicht aufgeben.“ Der Fokus lag weniger auf Watt als auf kontinuierlicher Ausdauer und mentaler Härte. Damit lag sie näher an einer (Ultra-)Langstreckenlogik als am Alltagsradeln. Vergleicht man mein Projekt mit anderen sportlichen Aufgabenstellungen, dann stehen zumeist Rankings, Badges und Social Comparison im Vordergrund. Meine Aufgabe konnte man fast schon als asketisch bezeichnen und sie erforderte jede Menge an intrinsischer Motivation. Der Charakter war gefragt. Sie war identitätsbindend statt leistungsoptimierend. Sie stellte an mich nicht die Frage, wie schnell ich bin, sondern wer ich bin, wenn es unbequem wurde. Sie stellte keine Anforderung an Talent oder Ausrüstung, sondern ausschließlich die Frage nach Verlässlichkeit.
Wenn Du mein gesamtes „Mission Statement“ zu meiner 2-Rad Challenge lesen möchtest, dann lege ich Dir den Kauf dieses Buches nahe.